Ökologische Station "Wendland-Drawehn"
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Auf zur Rebhuhnzählung!

06. Februar 2026 | Landwirtschaft, Lebensräume, Naturschutz

Die jährliche Rebhuhn-Bestandserfassung steht kurz bevor!

Noch hält der Winter das Wendland mit Schnee und Dauerfrost fest in seinen Händen. Aktuell liegen die Rebhühner noch fest in Ketten (also Familienverbänden oder Zusammenschlüssen von im Vorjahr erfolglosen Paaren) auf den Äckern, fressen, ruhen, harren still der Kälte. Kaum vorstellbar, dass bereits in wenigen Wochen die Balz der scheuen Feldhühner beginnen wird! Kurz nach Sonnenuntergang markieren die Hähne dann für kurze Zeit mit ihren markanten Rufen ihr Revier!

Denn: Sobald die Temperaturen steigen, beginnt im Februar und bis März die Paarbildung – zu keiner Jahreszeit lassen die sich sonst außer bei Schneelagen fast unsichtbaren Rebhühner besser beobachten.

Dieses Spektakel findet nur in wenigen Wochen im Jahr und dann nur für etwa eine halbe Stunde um Sonnenuntergang, manchmal auch um Sonnenaufgang statt. Nachdem die Rebhühner sich fest verpaart haben, kehrt sofort wieder Ruhe ein – bloß keine Aufmerksamkeit von noch unverpaarten Hähnen oder Beutegreifern wie dem Uhu auf sich ziehen! Die sich dann gebildeten Paare bleiben zusammen, beginnen aber erst sehr viel später, nämlich im Zeitraum Mitte Mai bis Mitte Juni, und oft in anderen in der Nähe gelegenen Ackerstrukturen mit ihrer Brut.

In diesem Jahr erfährt das Rebhuhn besondere mediale Aufmerksamkeit - 2026 zum Vogel des Jahres gewählt, beschäftigt sich die Ökologische Station jedoch schon länger mit der Erfassung dieser Art. So werden wir auch in diesem Jahr Transektkartierungen in unseren Gebieten im Lemgo sowie westlich von Bergen (Dumme) durchführen.

Hierfür werden Routen von etwa 1,5 km mit einer kleinen Bluethoothbox abgegangen. Aus der Box wird kurze Zeit der Balzruf eines Rebhahns abgespielt – sind andere Rebhähne im Gebiet anwesend, antworten diese mit ihrem Balzruf, um damit ihr Revier abzustecken. Jeder Rufer kann dann in eine App oder Karte eingetragen werden und liefert so wertvolle Informationen über die Bestände dieser bundesweit stark bedrohten Vogelart.

Zusätzlich zur den Transektkartierungen wird die Ökologische Station mit Aufnahmegeräten die Rufaktivität in Bereichen kontrollieren, in denen Rebhühner vorkommen könnten und vermutet werden, aus denen uns aber keine Nachweise aus den letzten Jahren bekannt sind.

Über die jetzt schon zahlreichen Anmeldungen zur Mithilfe freuen wir uns riesig – nur mit Ihrer/eurer Hilfe ist es möglich, eine große Fläche abzudecken, was bei dieser Art extrem wichtig ist. Bei Interesse zur Mithilfe schreibt gerne eine E-Mail an station@bund-wd.de

 

 

Denn schon lange, bevor die erste Schwalbe ankommt, bevor der erste Zilpzalp anhaltend singt, läutet die Balz der Rebhühner ab Ende Februar für uns den nahenden und lang ersehnten Frühling ein.

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