Ökologische Station "Wendland-Drawehn"
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Ende der Ortolan-Saison 2026

07. Juli 2026 | Vögel, Landwirtschaft, Lebensräume

Vielfältiger Ortolanschutz in Lüchow-Dannenberg: Monitoring, Betreuung von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM), Gehölzpflege, Fachaustausch.

Eichen sind die wichtigsten Singwarten für wendländische Ortolane. Foto: Stella Klasan Eichen sind die wichtigsten Singwarten für wendländische Ortolane. Foto: Stella Klasan

Der Ortolan ist eine sperlingsgroße Ammer und gilt als Kennart für trocken-warme Ackerlandschaften. Rund die Hälfte der globalen Brutgebiete des Ortolans liegen in Europa, wobei seit den 1980er Jahren für die europäische Ortolanpopulation ein Bestandseinbruch von über 80 % zu verzeichnen ist. Auch in Westdeutschland brach der Ortolanbestand seit Mitte der 1980er Jahren stark ein und konzentriert sich heute in geeigneten Lebensräumen in den östlichen Bundesländern sowie im niedersächsischen Kreis Lüchow-Dannenberg und angrenzenden Gebieten. 

Bei uns im Wendland brüten etwa 75% des niedersächsischen Bestandes und ein Großteil der bundesdeutschen Ortolane. Grund genug, dass wir als Ökologische Station uns intensiv mit dieser bedrohten Singvogelart zu beschäftigen.

 

Im Feburar, noch lange vor der Ankunft der Ortolane ins Brutgebiet, besuchen wir einen Vortrags- und Fachaustausch zum Schutz des Ortolans in Potsdam. Hier traf sich „der harte Kern“ der deutschen OrtolanschützerInnen. Am Folgetag wurde die Veranstaltung zudem für alle Interessierten aus Naturschutz(behörden) geöffnet. 

Inhaltlicher Schwerpunkt ist der Ortolanschutz im Kontext des Ausbaus erneuerbarer Energien und der landwirtschaftlichen Nutzung – ich wichtiges und brennend heißes Thema.

 

Die Brutsaison ab Ende April:

Wie schon im Vorjahr wurden auch 2026 wieder 5 Windparks im Landkreis Lüchow-Dannenberg auf Ortolanvorkommen untersucht. Hierbei wurde jeder Park ein Mal pro Dekade im Zeitraum Anfang Mai bis Mitte Juni kartiert (5 Begehungen), alle singenden, rufenden, warnenden, fütternden Ortolane wurden Punktgenau aufgenommen, ebenso die ackerbaulichen Kulturen und die Qualität der Singwarten – denn hier ist der Ortolan wählerischer, als viele andere (bodenbrütende) Singvögel. 

Auch im Bereich neu geplanter bzw. gerade entstehender Windparks wurden solcherlei Kartierungen vorgenommen, um eine Vorher-Nachher-Entwicklung des Brutbestands abbilden zu können.

Seit einigen Jahren steht nämlich die Befürchtung im Raum, dass Ortolane den Schlagschatten der Windkraftanlagen meiden. Wenn sich dies bestätigt, muss die Art unbedingt mit in die artenschutzrechtliche Planung sowie passende Ausgleichsmaßnahmen einbezogen werden, um weiteren Lebensraumverlusten dieser sensiblen Brutvogelart entgegenzuwirken.

 

Zudem fand ein Treffen zwischen Ökologischer Station, Unterer Naturschutzbehörde und NLWKN statt. Bei diesem lag der Blickpunkt auf den AUKM, welche auf den Ortolan abgestimmt sind. Was läuft gut, was muss in der folgenden Förderperiode geändert werden, wie kommen Natur- und Artenschutz und Landwirtschaft zusammen?

 

Und nun, Anfang Juli, ist die Brutsaison unseres Charaktervogels schon fast vorbei. Wir widmen uns neben der Datenauswertung vor allem auch der Planung von Maßnahmen, welche dem Ortolan zugutekommen, wie Gehölzpflege oder Neuanpflanzung von Eichen, welche im Winter, wenn der Ortolan in seinen Überwinterungsgebieten südlich der Sahara ist, durchgeführt werden sollen.

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