Ökologische Station "Wendland-Drawehn"
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Moor muss nass! Wasserrückhalt durch Einbau von Sohlschwellen im Püggener Moor

14. Januar 2026 | Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Moore, Naturschutz, Wasserrückhalt

Einbau einer der sechs Sohlschwellen im Püggener Moor

Das Püggener Moor mit seinem Mosaik aus Quellwäldern, Erlen-Bruchwäldern, Hecken, Baumreihen und artenreichem Feuchtgrünland ist heute einer der wenigen noch intakten Niedermoorstandorte in Lüchow-Dannenberg und Rückzugsort zahlreicher gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. So ist das Gebiet, in dem Torfmächtigkeiten von bis zu 120 Zentimeter zu finden sind, Teil des 1.351 Hektar großen Naturschutzgebietes "Mittlere Dumme und Püggener Moor". 

Wie fast alle Moorkörper leidet auch das Püggener Moor unter menschlichen Eingriffen vergangener Zeiten. In nahezu allen deutschen Mooren wuchs ein Entwässerungssystem aus Gräben und Drainagen, die das Wasser aus dem Moorkörper leiteten, um landwirtschaftliche Flächen wirtschaftlich(er) und (ständig) nutzbar zu machen. Diese Leitungen sorgen jedoch nur für den Wasserabfluss - eine aktive Steuerung zum Wasserrückhalt ist nicht möglich. Hinzu kommen heute Trockenstress durch eine zunehmende Grundwasserabsenkung, die unter anderem durch großflächige Feldberegnung im Umland verursacht wird. 

Moore spielen jedoch eine große Rolle bei Klimaschutz und im Landschaftswasserhaushalt: Sie sind wichtige Kohlenstoffspeicher, wirken kühlend auf das Mikroklima, da in ihnen ganzjährig Wasser verdunstet und können zur Füllung des Grundwasserpegels beitragen.

Die Etablierung eines aktiven Wassermanagements steht für die Ökologische Station Wendland-Drawehn deshalb ganz oben auf der Agenda!

Durch den Einbau von Sohlschwellen in den Entwässerungsgräben des Püggener Moors soll eine Stabilisierung des Landschaftswasserhaushaltes im Moorkörper erreicht werden. Erste Maßnahmen wurden 2025 im Hauptabzugsgraben des Püggener Moors umgesetzt. Die Sicherung des Grundwasserkörpers, eine Reduzierung der Torfmineralisation und der damit verbundenen Freisetzung von CO2 kann dadurch verlangsamt werden. 

Profitieren werden neben artenreichen Feuchtwiesen, Brutvögel wie Kranich oder Waldschnepfe, Amphibien wie der Moorfrosch oder Libellen wie die Blauflügel-Prachtlibelle oder die Zweigestreifte Quelljungfer.

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