Ökologische Station "Wendland-Drawehn"
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Start der Wintervogel-Erfassung

20. November 2025 | Energiewende, Lebensräume

Rebhühner, sonst Künstler der Tarnung, lassen sich bei Schneelagen besonders gut erfassen. (Foto: St. Klasan)

Wenn die letzten Blätter gefallen sind und die ersten Fröste Einzug halten, sind die meisten unserer Brutvögel vollends verstummt. Viele von ihnen befinden sich in ihren Winterquartieren in Afrika, wie der Ortolan, welcher südlich der Sahara überwintert. Andere Arten überwintern in Südwesteuropa, wieder andere harren hier dem Wetter aus, um nötigenfalls kleinräumig auszuweichen. 

Doch es gibt nicht nur Vogelarten, welche unsere Gefilde im Winter verlassen. Nun sind auch andere Rufe zu hören: Singschwäne, nordische Bläss- und Saatgänse, dazu Bergfinken und mit etwas Glück auch Seidenschwänze, mitunter große Schwärme Wacholder- und Rotdrosseln verbringen den Winter im – für sie – warmen Wendland. Während die hier brütenden Wiesenweihen in Afrika sind, wird die Greifvogelwelt durch Kornweihen, Rauhfußbussarde und Merline erweitert. Andere Arten wie Rotkehlchen, Kohlmeisen oder auch Turmfalken scheinen zwar ganzjährig bei uns zu sein, sind jedoch zu Teilen nordische Wintergäste, während unsere Brutvögel in wärmeren Teilen West- oder Südeuropas verbringen. 

All diese und alle anderen „Wintervögel“ sind gemäß § 44 Bundesnaturschutzgesetz auch in dieser Phase, in ihren Überwinterungs- und Wanderungszeiten, gesondert geschützt. 


Mitarbeiterinnen der ökologischen Station Wendland-Drawehn erfassen seit diesem Jahr daher systematisch alle rastenden „Wintervögel“ in bestimmten, oft sensiblen Bereichen in- und außerhalb von Schutzgebieten. Mithilfe dieser gewonnenen Daten können artenschutzrechtliche Beurteilungen von Bau- und anderen Vorhaben sicherer und artenschutzgerechter getroffen werden. 

Denn: Nur was man kennt, kann man schützen.

 

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