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Wenn aus verlandeten Tümpeln wieder ein Moorfrosch-Lebensraum wird

09. Februar 2026 | Moore, Grünes Band, Lebensräume, Naturschutz, Amphibien

Dank einer Spende des Rotary Clubs konnten in der Landgrabenniederung zwei verlandete Gewässer als Lebensraum für den bedrohten Moorfrosch wiederhergestellt werden. Mit der Sanierung der flachen, sonnigen Laichgewässer soll der stark zurückgegangene Bestand der seltenen Amphibienart im Wendland neuen Auftrieb erhalten.

Der Moorfrosch in drei verschiedenen Profilansichten. Foto: B. Gülstorf

Der hiesige BUND konnte in den Wintermonaten 2025/2026, dank einer großzügigen Spende des Rotary Club Lüchow-Dannenbergs, in der Landgrabenniederung, nahe an der Kreisgrenze zum Altmarkkreis Salzwedel, zwei alte ehemalige Gewässer für den Moorfrosch wieder neu herrichten. Diese waren vollkommen verlandet und als Laichgewässer für Amphibien wie den Moorfrosch ungeeignet und somit verloren. Durch den Einsatz von Maschinen wurden die stark vermulchten Pflanzendecken abgetragen, die sich inzwischen auf den Gewässern gebildet hatten. Zudem wurden an den Uferbereichen hochwüchsige Gehölze entnommen, da gut besonnte Flachgewässer vom Moorfrosch besonders geschätzt werden.

Moorfrösche sind, wie auch Grasfrösche, eher „terrestrische“ Arten. Sie halten sich zwar mit Vorliebe in der Nähe von Gewässern auf, begeben sich aber nur zur Laichzeit direkt ins Wasser. Dabei bevorzugen diese Braunfrösche möglichst 30 bis 50 cm flache, nur für einige Monate vernässte Lunken und Blänken, die über den Sommer wieder trocken fallen. Schon zeitig im Frühjahr kann man die Frösche bei der Balz beobachten. Vor allem die hellblau gefärbten Männchen sind dann besonders auffällig. Moorfrösche gehören zu den sogenannten „Explosionslaichern“, d.h. unter günstigen Umständen schreiten alle anwesenden Tiere in möglichst kurzer Zeit zur Fortpflanzung. Den Rest des Jahres leben sie gern in angrenzenden feuchten Wiesen und Auwäldern. 

Vor etwa 150 Jahren waren Moorfrösche in den morastigen Niederungen unseres Landkreises noch in größerer Zahl zu beobachten. Heute ist das leider nicht mehr so. Durch Entwässerungsmaßnahmen und Kultivierung der Landschaft verschwand zwar immer mehr geeigneter Lebensraum, dennoch war der Moorfrosch bis zur Jahrtausendwende – zumindest in geringerer Individuen-Dichte – noch weit verbreitet und auch mit großer Sicherheit anzutreffen. Der zunächst schleichende Rückgang des Moorfrosches erfuhr mit den niederschlagsarmen Sommern 2018 bis 2023 eine dramatische Dynamik. Während dieser Dürrezeiten trockneten viele Laichgewässer vollkommen aus und auch das Nahrungsangebot – Schnecken und Würmer – ging stark zurück. Die vor wenigen Jahrzehnten noch Tausende, zum Teil auch Zehntausende Individuen zählenden Populationen im Einzugsgebiet der Elbe und Havel und auch in der Landgraben- und Dummeniederung kollabierten fast völlig. 

Um diese Froschart für unsere Region zu erhalten, möchte der BUND – mit Unterstützung der Kooperativen Naturschutzstation mit Sitz in Bergen a. d. Dumme – in den folgenden Jahren durch zielgerichtete Maßnahmen deren Lebensräume verbessern. Im Vordergrund soll hierbei die Herrichtung ehemaliger Laichgewässer stehen. An den „Neuen“ wurden im Frühjahr 2025 noch wenige Moorfrösche gesichtet. Das umliegende extensiv bewirtschaftete Grünland sowie die hohen Anteile an Bruchwäldern in diesen Gebieten bilden ergänzend ideale Voraussetzungen. Wenn jetzt noch günstige Niederschlagsverhältnisse in den nächsten Jahren dazukommen, sollte eine Vitalisierung der Moorfrosch-Population gelingen.

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